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KX. Kunst auf Kampnagel




Einmischung ist die Erste Bürgerpflicht

Spaziergänge im verminten Gelände von Kunst und Politik


Der Heidelberger Grafiker, Rechtsanwalt und Verleger zählt zu den international bekanntesten Plakatkünstlern. Einundvierzigmal ist ohne Erfolg versucht worden, einzelne Plakate gerichtlich zu verbieten. Staecks Kunst dekoriert nicht, sie mischt sich ein. Sie harmonisiert nicht, sie will verändern: Denkgewohnheiten, (Weg) Sehgewohnheiten. Staeck begegnet dem allgemeinen Verdrossenheitsgerede mit seiner künstlerisch-politischen Arbeit bei vollem Risiko. Er gehört nicht zu den Leuten, die nur über Ungerechtigkeit jammern, sondern versucht, etwas dagegen zu tun und anderen Mut zu machen. 1996 bekam er für seine Arbeit den Gustav-Heinemann- Bürgerpreis.

Kaum ein anderer deutscher Künstler hat nach dem Kriege so viele Bilder geschaffen, die Tei1 des kollektiven Gedächtnisses geworden sind. Seien es die legendären Villen im Tessin, die den Arbeitern von der SPD weggenommen werden sollen, oder Dürers Mutter, der niemand ein Zimmer vermieten würde. Seit seiner ersten Plakataktion in Nürnberg 1971 sind über 300 satirische Plakate entstanden. KX wird neben den wichtigsten Plakaten auch viele weniger bekannte Objekte und Environments zeigen. Da fast alle Themen aktuell geblieben sind entbehrt die Retrospektive jedem Nostalgieverdacht.

Dr. Plagemann von der Kulturbehörde und Klaus Staeck werden die Ausstellung Freitag, 7.März '97, 19.00 Uhr eröffnen. Peter Rühmkorf liest aus TABU. Dauer der Ausstellung bis 6. April.