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KX. Kunst auf Kampnagel

Orientierung & Motiv


mit


Bertram Kober

Bernhard Liebenberg

Brunhilde Hesselbarth

Emil Zetzmann

Knut Klaßen


Eröffnung: Donnerstag, 24. Juni 1999, 20 Uhr

Geöffnet: 25. Juni bis 11. Juli 1999 jeweils
Donnerstag und Freitag 16 bis 20 Uhr sowie
Sonnabend und Sonntag 14 bis 18 Uhr





Die Werke dieser Ausstellung sind fotografische Protokolle von Prozessen ohne die abschließende Analyse ihrer Dokumente bis zum heutigen Tag endgültig vollzogen zu haben. An welchem Segment werden wir selbst Bestandteil dieser Zyklen ?

Orientierung im Sinne des Blicks nach Osten zur Bestimmung der eigenen Position.

Unter diesem Thema haben wir 5 Künstler eingeladen, welche nicht nur in ihren Werken, das erste Mal teilweise in ihrem Leben aufeinander bei KX. treffen werden.

Motiv als Vektor von der ermittelten Position zum aktuellen Standpunkt, um die Abfolge von Ereignissen zu ordnen. Das Horten der Vergangenheit um den Ursprüngen der auch damals schon unerfüllten Illusionen nachzugehen, welche heute entrückter und verlorener den je erscheinen.

Bertram Kober zeigt scheinbare Arrangements auf wenige Inkunabeln reduziert, welche Vorstellungen des Lebens bis weit in die Postwendejahre hinein überdauert haben und immer noch andauern. Er dokumentiert die zeitliche Verzögerung im Denken der Bewohner des formell rasch vollzogenen Prozesses.

Emil Zetzmann arbeitete manisch an einem wahrscheinlich einzigartigem Archiv über Ansichten nahezu aller Berliner Straßenkreuzungen und kulturellen Einrichtungen, später und früher noch jenseits und diesseits der Mauer.

Bernhard Liebenberg stellt den Betrachter vor das, von der Anzahl, erschreckende Konvolut von scheinbar zu 165 Fotoalben geronnenem Leben einer Dame. Das eigentlich beklemmende liegt in der immer wiederkehrenden Auswahl der Motive, welche autistisch über Jahre hinweg von ihr geknipste Fotos in der Behausung zeigen.

Knut Klaßen stellt zwischen seine Bilder den nach innen gewandten Blick der nach Zusammenhalt der in Aktion sucht. Seine Dias zeigt er nur zur Eröffnung und sind so flüchtig wie der Augenblick ihrer Entstehung.

Brunhilde Hesselbarth dokumentiert seit vielen Jahren unermüdlich den sich stetig neu ereignenden Unfall. Es ist immer der gleiche mit immer wechselnden Darstellern. Sie will ihre Tätigkeit bis zum letzten Ereignis dieser Art aufzeichnen, bis die Behebung der Ursache ihr Motiv entfernt.

KX. beschließt mit dieser zweiten Fotoausstellung in diesem Sommer seinen Beitrag anläßlich der Hamburger Fototriennale und läßt Fotografen zu Bild kommen, welche sonst weniger laut in einem Kunstraum geäußert worden wären.



Rezension in der taz vom 3./4. Juli 1999



Kontakt:
Stephan Schildberg
040 / 593.630.50



Gefördert von der Kulturbebörde Hamburg


KX Kunst auf Kampnagel
Jarrestraße 20, 22303 Hamburg
Telefon und Fax 040/ 279 23 94